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Kräuterseitling
Pleurotus eryngii
Mai 2008: Kräuterseitling im Freien gewachsen auf vergrabenem Substratblock

Der Kräuterseitling ist ein hochbegehrter Speisepilz, der von vielen Köchen sogar dem Steinpilz vorgezogen wird, weil er fester in der Substanz, äusserst schmackhaft und schön anzusehen aber auch geeignet ist für Zubereitungen auf dem Grill. Der Kräuterseitling kann nicht auf Holzstämmen gezüchtet werden. Er wird deshalb bisher nur aus Indoorzucht auf Substraten aus Sägemehl mit Zuschlagstoffen produziert. Unsere Erfahrungen zeigen nun, dass der Kräuterseitling ganz einfach auch im Freien in einem Pilzgarten gezüchtet werden kann, indem man Substratblöcke vergräbt und schön feucht hält. Mit unseren Substratblöcken von rund 5 kg Gewicht können Sie mehr als ein Kilogramm Kräuterseitlinge in unerreichter Qualität ernten. Bestellungen müssen mindestens zwei Monate vor dem Auspflanzen aufgegeben werden.
Eine Anleitung als Video finden Sie im Pilz-TV.   >>
Zur Bestellung von Substratsäcken a ca.5 kg finden sie hier mehr Informationen    >>

Primordien

Mit dem Wort "Primordien" bezeichnet man in der Pilzkunde die Verdichtungen und Knotenbildungen des Pilzgeflechts, woraus sich die Fruchtkörper bilden.

Wie bei den meisten holzzersetzenden Pilzen entstehen auch beim Kräuterseitling die Primordien in geschützten Klüften und Rissen des Holzes, der Rinde oder unter einer Lage feuchtem Substrat.

Der Beginn der Bildung von Fruchtkörpern ist für den Pilz ein risikoreiches Unterfangen. Es lauern nämlich überall Schnecken, die diese ersten zarten Ansätze für die Fruchtkörper der Pilze im Keime ersticken können, indem sie die winzigen Köpfchen abfressen. Und seltsam: Das Wachstumszentrum der Fruchtkörper liegt ganz alleine im schon deutlich sichtbaren Hütchen. Ist es abgeschnitten oder abgefressen, dann stoppt das Wachstum sofort und aus dem zurückbleibenden Stielrest kann sich kein neuer Hut mehr bilden. 

Vor allem beim Beginn der Fruchtungsphase muss man also auf Schnecken ein wachsames Auge haben. Später können die gefrässigen Schnecken den grossen Fruchtkörpern weniger anhaben, weil die Pilze so schnell und kräftig wachsen.

  

Reife Fruchtkörper

Aufnahmen vom Mai. Die Kräuterseitlinge benötigen zur Bildung von Fruchtkörpern einen sogenannten Temperaturschock. Von Natur aus passiert das normalerweise im Frühjahr und Herbst, wenn nachts die Temperaturen unter 8-10 Grad fallen. Aber auch durch kräftiges Wässern kann eine Temperaturabfall erzeugt werden, was die Bildung von Pilzen anregt.

Der Substratblock wird an schattiger, feuchter, windstiller Stelle eingegraben. Diejenige Seite des Substratblocks, die im Susbtratsack oben lag, sollte ein wenig aus dem Boden herausschauen, oder darf nur wenig bedeckt sein mit Erde oder Mulch. Das ist dann der Ort, wo sich die Primordien der Pilze bilden. Den Rest des Blocks können Sie abdecken mit Erde, mit Stroh oder Holzpellets, die kräftig gewässert werden, wodurch sie viel Wasser aufsaugen und das Mikroklima für die Pilze perfekt gestalten.
Bei trockenem Wetter täglich mehrmals wässern, oder einen Sprinkler oder noch besser: einen Nebelsprüher einrichten.

Durch das UV-Licht an natürlichen Wuchsorten, sind die Pilze viel schöner anzusehen als diejenigen aus Indoorzucht.
Wenn Sie den Kräuterseitling einmal gezüchtet habe in Ihrem Garten, ist Ihnen beim Genuss schnell klar, weshalb er der König der Seitlinge heisst.

Wie einfach der Anbau ist, erfahren Sie im Videobeitrag im Pilz-TV. >>

 

 

 

 
 

 

Zutaten

Zur Herstellung der Substratsäcke werden unter sterilen Bedingungen Polypropylen-säcke mit Mikrofiltern verwendet. Als Substrat dient eine Mischung aus Strohpellets und Holzpellets, die mit Körnerbrut auf Basis von Weizen beimpft werden.

Die beimpften Substratblöcke werden ca. drei Wochen gelagert, bis sie vollständig durchwachsen sind. Sobald die ersten Knotenbildungen sichtbar sind, können die Substratblöcke ausgepflanzt werden.

Zur Herstellung des Substrates werden keinerlei chemische oder künstliche Stoffe verwendet. Auch Düngemittel sind nicht notwendig. Der für die Pilzbrut verwendete Weizen ist unbehandelter Futterweizen

 

 

Anbau in Kisten

Im Freien können Kräuterseitlinge auch in Kisten angebaut werden. dazu werden die Substratblöcke in lockere Erde gegeben und bedeckt mit Erde und einigen Holzpellets.

das Hauptproblem ist das Fernhalten der Pilzmücken, die den Kräuterseitling sehr lieben und heftig befallen, wenn er nicht rechtzeitig geerntet wird.